Genozid des belorussischen Volkes

Im Laufe seiner jahrhundertelangen Geschichte wurde Weißrussland mehrmals zur Arena blutiger Kriege. Jeder von ihnen hinterließ Tod und Verheerung. Der opferreichste von ihnen war der Große Vaterländische Krieg.

Die Hauptidee des Krieges gegen die UdSSR und Hinweise für seine Vorbereitung später der Plan "Barbarossa" genannt, waren in der Direktive N 21 vom 18. Dezember 1940 dargelegt. Das faschistische Oberkommando hatte vor, im Laufe von 8 - 16 Wochen mit einem "Blitzkrieg" das europäische Territorium der Sowjetunion zu erobern und zur Linie Archangelsk - Astrachanj vorzudringen.

Laut dieser Direktive hat man geplant fast alle Landstreitkräfte Deutschlands, Finnlands, Rumäniens und Ungarns von der Gesamtstärke von 190 Divisionen einzusetzen.

Der Angriffsplan der deutschen Wehrmacht über die Sowjetunion. Der Juni 1941 (mit den Hinweisezeichen sind die geplanten Angriffslinien der deutschen Wehrmacht gekennzeichnet). (8, S.47)

Zum Angriff über die UdSSR wurden drei mächtige Gruppen "Nord", "Zentrum", "Süden" geschaffen.

Die Gruppe der Einsatzarmeen "Nord" mussten die sowjetischen Truppen im Ostgebiet vernichten und durch die Eroberung von Hafen am Ostsee, Kronstadt und Leningrad eingeschlossen, die sowjetische Marine ihrer Stützpunkte zu berauben.

Die Gruppe der Einsatzarmeen "Süden" hatte als ihr Ziel die Reichtümer des Nordkaukasus, das Brot und das Öl zu erobern.

Die Gruppierung der deutschen Einsatzarmeen "Zentrum" war auf die Niederlage der sowjetischen Truppen in Belarus mit darauffolgendem Angriff über Smolensk und Moskau orientiert. Diese Gruppierung setzte sich aus zwei Armeen (die 4. und die 9.), zwei Panzergruppen (die 2. und die 3.) - insgesamt waren es 50 Divisionen (darunter auch 9 Panzerdivisionen, 6 motorisierte Divisionen und eine Kawalleriedivision) und zwei Brigaden. Den Angriff der Gruppen von Einsatzarmeen "Zentrum" wurde von der 2. Luftflotte, der stärksten Luftflotte der nazistischen Armee, unterstützt.

Während die Militärpläne vorbereitet wurden, arbeitete man an dem Programm der grausamen Verberchen auf dem Territorium, das besetzt werden sollte.

Noch im Jahre 1940 wurde der Generalplan "OST" erarbeitet, der mit einem der Hauptziele der deutschen Führung, der Eroberung des für das Wachstum des Dritten Reiches nötigen "Lebensraumes", seiner Kolonisierung verbunden war. Geplant war Befreiung des Lebensraumes von der "überschüssigen", traditionell hier ansässigen Bevölkerung. Daraus ging hervor die strategische Konzeption der Kriegsführung im Osten - der Vernichtungskrieg. Die Armee, das Land und die Bevölkerung sollten ausgerottet werden.

"Wir sind dazu verpflichtet, die Bevölkerung auszurotten. Das macht unsere Mission des Schutzes der deutschen Nation. Ich habe das Recht, Millionen von Menschen niedriger Rasse zu vernichten, die sich wie Würmer fortpflanzen" verkündete Hitler.

Am 30. März 1941 bei der Beratungssitzung des Oberkommandos der Wehrmacht hat Hitler unterstrichen, daß "der Krieg gegen die Sowjetunion als der Vernichtungskampf geführt wird und, daß sich dieser Kampf stark vom Kampf im Westen unterscheiden wird. Im Osten ist die Gewalt zu sanft für die Zukunft."

Die Grundrichtlinien dieser Politik wurden von Himmler im Geheimmemorandum "Einige Erwägungen des Reichsführers der SS Himmlers über die Behandlung der einheimischen Bevölkerung der Ostgebiete".

Ein schreckliches Schicksal erwartete auch das weißrussische Volk.

Unter den Dokumenten des Plans "OST" sind am meisten die Bemerkungen und Vorschläge von Wetzel, des Kolonialausschussvorsitzenden der 1. politischen Oberleitung des Ministeriums für die besetzten Gebiete unverhohlen, laut deren 25% der Weißrussen eingedeutscht werden sollten, die den Rassenmerkmalen nach geeignet waren, und 75% ausgesiedelt , genauer gesagt vernichtet werden sollten.

Die Karte der Kolonisation (aus ZGIA, Lettland);

der Fragment der Karte der Kolonisation

Im Laufe des Krieges, sich auf den Plan "Osten" stützend, erarbeiteten die Nazisten kurzfristige konkrete Aufgaben für die Vernichtung der Bevölkerung. Die Materialien solcher Erarbeitungen wurden in den Dokumenten des Reichskommisariats "Ostland" entdeckt. Laut dem Karte-Schema, datiert am 17. November 1942, hate man vor, Weissrussland von seiner westlichen Grenze bis zur Linie Grodno - Slonim, des südlichen Teils des Brestskaja Gebietes, die Kreise Pinsk, Mozyr und den restlichen Teil von Polesje an der Linie Pruzhany, Gantsewitschi, Paritschi, Retschitsa, völlig von der Stammbevölkerung zu säubern und auf diesem Territorium nur die deutschen Kolonisten zu siedeln.

"Der Russe muss, damit wir leben." (Diese Aufschrift wurde von einem Nazi an der Schultafel am 2. Oktober 1941 gemacht)

In allen Großstädten Weißrusslands hatten die Faschisten vor, Siedlungen für privilegierte Schichten des deutschen Volkes zu schafen. Die Zahl der Stammbevölkerung, die man in diesen Städten hätte lassen können, wurde sehr genau kalkuliert: für jeden Herren der höheren Rasse wurden zwei Sklawen der niedrigen Rasse bestimmt. So hatte man vor, auf dem Territorium des Minskaja Gebietes 50 Tausend Deutscher Kolonisten zu siedeln und 100 Tausend der Stammbevölkerung zu lassen, in Molodetschno und seiner Umgebung entsprechend 7 Tausend Deutsche und 15 Tausend Belorussen, in Baranowitschi - 10 Tausend Deutsche und 20 Tausend der Stammbevölkerung, in Mogilew und Bobrujsk - je 20 Tausend Deutsche und 50 Tausend der Stammbevölkerung.

Solche Dokumente wie der Hauptplan "Ost", "die Anweisung zu den Sondergebieten an der Direktive N 21 (der Plan "Barbarossa")", datiert am 13. Mai 1941, "Über Militärgerichtsbarkeit im Kreis "Barbarossa" und über die Sondervollmacht der Truppen" vom 13. Mai 1941, und "Zwölf Verhaltensgebote der Deutschen im Osten und über ihren Umgang mit den Russen" vom 1. Juni 1941 u.a. befreiten faschistische Soldaten von der Verantwortung für ihre Verbrechen und erhoben die Greueltaten gegenüber der friedlichen Bevölkerung zum Rang der Staatspolitik.

Am 22. Juni 1941 ohne Kriegserklärung hat das faschistische Deutschland die Sowjetunion angegriffen. Bis zum Ende August 1941 wurde das ganze Territorium von Belarus besetzt.

Belarus, 1941, Faschisten brechen in die Häuser ein.

Dokumentenkontrolle


Die Politik des Genozides des belorussischen Volkes führte man von den ersten tagen des Krieges durch. Die Erschließungen und Massenexekutionen erreichten riesige Maßstäbe.

Belarus, der 26. Oktober 1941. Die ersten öffentlichen Hinrichtungen in Minsk.


Die Soldaten und die Offiziere der Wehrmacht führten überall Gewaltakte an der Zivielbevölkerung durch. Zu der praktischen Durchführung der Verbrechen trug auch die idealogische Bearbeitung der Soldaten von der Wehrmacht und der SS bei, die im Laufe der Aggressionsvorbereitung gegen die UdSSR geführt wurde. Im für das Personalbestand der Wehrmacht herausgegebenen "Merkblatt des deutschen Soldaten" stand geschrieben: "Du hast kein Herz, keine Nerven, denn im Krieg braucht man sie nicht. Vernichte in dir Mitleid und Mitgefühl, töte jeden Russen, jeden Sowjetischen, halte nicht auf, wenn von dir ein Greis oder eine Frau, ein Mädchen oder ein Junge sind, töte, so rettest du dich vom Tod, sorgst für die Zukunft deiner Familie und wirst für immer berühmt."

Belarus, 1941- 44, Ein Foto "zum Andenken", im Hintergrund eigener Opfer

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